Der Recruiter hat sich nicht genügend auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet.
Arbeitgeber erwarten von Bewerbern, dass sie gut vorbereitet zum Vorstellungsgespräch kommen. Umgekehrt ist das aber nicht unbedingt der Fall. Bei KMUs führt der Chef selbst das Gespräch durch und hat neben seinen vielen anderen Aufgaben kaum Vorbereitungszeit übrig. Sie beschränkt sich oft auf das Durchlesen des Lebenslaufs. Das irritiert Bewerber und vermittelt den Eindruck, lediglich abgefertigt zu werden. Kandidaten, für die die ausgeschriebene Stelle nicht nur ein Job zum Geldverdienen ist, werden dadurch abgeschreckt.
Der Personaler stellt ausschließlich Standardfragen.
Diese können Bewerber in jedem Buch über Bewerbungen und natürlich auch im Internet nachlesen. So wissen sie, was sie besser nicht antworten sollten. Und was ihr Gegenüber hören möchte. Das ist zwar vordergründig positiv für die Kandidaten, kann aber später zu Problemen führen. Etwa wenn der Vorgesetzte feststellt, dass der Mitarbeiter nicht so ist wie im Bewerbergespräch. Fragen Personaler jedoch nach der Motivation des Bewerbers und nach seinen persönlichen Werten, erhalten sie ein klareres Bild von ihm. Und davon, ob er auch sonst zum Unternehmen passt.
Der Recruiter führt das Vorstellungsgespräch alleine durch.
Vorstellungsgespräche sollten zur Vermeidung von Fehleinschätzungen immer mit mindestens zwei Personen aus dem Unternehmen durchgeführt werden. Handelt es sich dabei um ein Mitglied des Verstärkung suchenden Teams, lernt der Bewerber gleich seinen potenziellen Kollegen kennen. Außerdem kann er so zeigen, was er fachlich kann. Der Personaler wiederum sichert sich durch Anwendung des Vier-Augen-Prinzips gegen mögliche Fehleinschätzungen ab (Interviewer Bias).
Der Personaler lässt den Kandidaten nicht zu Wort kommen.
Macht er während des gesamten Vorstellungsgesprächs Werbung für seine Firma, fühlen sich insbesondere engagierte Bewerber nicht ernst genommen. Sie sind es gewohnt, von ihrem besonderen Einsatz für den Betrieb zu erzählen, weil sie diesen auch in der neuen Firma zeigen wollen. Ist das nicht oder nur eingeschränkt möglich, entscheiden sie sich oft für einen anderen Arbeitgeber. Für Unternehmen, die ohnehin unter Fachkräftemangel leiden, kann das fatale Folgen haben.
Der Recruiter verzichtet auf Fragen zum Fach.
Das ist zwar vorteilhaft für Kandidaten, die nur vorgeben, das geforderte Fachwissen zu haben. Für die ehrlichen Bewerber und für den Betrieb ist es nicht gut. Entscheidet sich der Personaler für eine Person, die nicht über diese Kenntnisse verfügt, schadet er damit seiner Firma. Ist beispielsweise verhandlungssicheres Englisch erforderlich, testet der Recruiter, indem er plötzlich auf Englisch weiterredet. Bewerber mit richtigen Angaben im Lebenslauf können sich dann beweisen. Erfahrungen mit der SAP-Software lassen sich durch gezielte Fachfragen abklären.
Der Personaler macht falsche Versprechungen.
Beschreibt er den Job mit mehr Befugnissen als vorhanden und einem schnellen beruflichen Aufstieg, weil er den Kandidaten unbedingt haben möchte, und stellt der Bewerber nach seiner Einstellung fest, dass das nicht wahr ist, wird er das Unternehmen schnellstmöglich verlassen. Er fühlt sich hintergangen und redet möglicherweise noch schlecht über die Firma.
Der Recruiter führt nur ein einziges Vorstellungsgespräch durch.
Ist der Recruiter von einem Kandidaten so begeistert, dass er ihn bereits nach dem ersten Gespräch einstellt, kann das eine Fehlentscheidung sein. Um zu erfahren, ob der Bewerber wirklich ins Unternehmen und ins Team passt, sollte er ihn eine Probearbeit anfertigen lassen. Das Überprüfen der Referenzen gibt Aufschluss über seine bisherige Arbeit, sein Arbeitsverhalten und seine Persönlichkeit. Stellt er ihn nach weiteren Checks oder einem zweiten Gespräch ein, bietet das dem neuen Mitarbeiter größere Arbeitsplatzsicherheit.















